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Hier ist der Teufel los

Hier ist der Teufel los

Wer von all dem Feiern zum Jahreswechsel immer noch nicht genug hat, sollte jetzt Mallorca besuchen. Denn während es überall sonst in Europa nach dem Weihnachtsfest vielleicht eher ruhig zugeht, brennt auf Mallorca die Luft und tanzen die Teufel. Kaum sind die Heiligen Drei Könige mit allen Ehren begrüßt und auf ihrem Zug durch die Ortschaften begleitet worden, beginnen schon die Vorbereitungen für zwei der wichtigsten Feiertage im Jahr, Sant Antoni am 17. Januar und Sant Sebastià am 20. Januar.

Der Heilige Antonius, der den Überlieferungen nach auf alles irdische Hab und Gut verzichtete und fast sein gesamtes Leben als Einsiedler in der Wüste lebte, wird seit Jahrhunderten auf den Balearen als Schutzpatron der Haus- und Nutztiere verehrt. Schon 1365 soll das erste Antoniusfest in Sa Pobla stattgefunden haben und die Orte, in denen das Fest bis heute wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, sind neben Sa Pobla, auch Muro, Sant Llorenç, Artà, Capdepera, Pollença, Santanyí, Llucmajor, Son Servera, Sant Joan und Manacor.

Untrennbar verbunden mit den beliebten Feierlichkeiten sind die recht bedrohlich aussehenden „Dimonis“ (Teufel) und der „Correfoc“ (Feuerlauf). Am Vorabend von Sant Antoni werden riesige Lagerfeuer in den Straßen und auf den Plätzen der Orte errichtet. Die Teufel, die für die Versuchungen stehen, die den Heiligen Antonius heimsuchten, tanzen um die Feuer herum und verfolgen die als Antonius verkleideten Personen, wobei sie mitunter recht unsanft und gar nicht zimperlich vorgehen. Diese uralten traditionellen Tänze dauern für gewöhnlich bis in die frühen Morgenstunden oder eben solange, wie der Körper mitspielt. Jeder, der Lust hat, kann an ihnen teilnehmen, aber alte Kleidung und eine gute Kondition sind zu empfehlen. Eine wilde und geradezu magische Nacht ist diese Nacht vor dem eigentlichen Namenstag des Heiligen Antonius, zu der auch Grillfeuer, Musik und viel Alkohol gehören.

Am 17. Januar dann finden in vielen Städten und Dörfern Tiersegnungen statt. In feierlichen Prozessionen kommen die Leute auf den Dörfern mit Kuh, Pferd, Schwein oder Schaf und in den Städten mit Hund, Katze, Frettchen oder Wellensittich zur Kirche, um ihre Tiere dort segnen zu lassen und für sie den Schutz des Heiligen Antonius zu erbitten.

Ähnlich, aber nicht zu verwechseln mit Sant Antoni sind die Feierlichkeiten, die man zwei Wochen lang auch in Palma mit einer Vielzahl von Veranstaltungen zu Ehren des Schutzpatrons der mallorquinischen Hauptstadt, Sant Sebastià, begeht, der seinen Namenstag am 20. Januar hat. Auch hier spielen die Teufel und der Feuerlauf eine wichtige Rolle und auch Umzüge durch die Altstadt, die Gegants (überdimensional große Holzfiguren), die Xeremiers (Dudelsackspieler) und das Feuerwerk gehören dazu. Höhepunkt ist in jedem Jahr die “Revetla” in der Nacht vor dem Namenstag des Heiligen Sebastians. Schauplatz ist die gesamte Innenstadt von Palma. An verschiedenen Punkten der Stadt gibt es kostenlose Konzerte mit überwiegend lokalen Künstlern und überall im Stadtzentrum verstreut werden offene Feuerstellen errichtet, an denen die Leute grillen können. Gute Musik, Freunde treffen, gemeinsam grillen, essen, trinken und Spaß haben ist ein unschlagbar gutes Angebot, wie man eine kalte Januarnacht verbringen kann. Und in diesem Jahr stehen die Chancen sogar recht gut, dass es vielleicht mal nicht wie so oft ausgerechnet in dieser Nacht regnet und wir so die ganze Nacht durchfeiern können.

 

Ina Kropeit

Foto: Toni Perelló Fotografies

Written by editor