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Drei Tage noch

Drei Tage noch

Das deutsche Wort Vorfreude gehört zu den Wörtern, für die es in vielen anderen Sprachen kein Äquivalent gibt, das in einem einzigen Wort zusammengefasst die ganze Bedeutung dieses Wortes widerspiegelt. Vorfreude bezeichnet die Freude auf etwas, das passieren wird, auf etwas, das wir mit Freude erwarten. Es ist praktisch die schon vorweggenommene Freude auf ein Ereignis, von dem wir fest annehmen, das es uns erfreuen wird, verlängerte Freude sozusagen :)

Und das wohl beste Beispiel dafür, wie schön Vorfreude sein kann, ist der Weihnachtskalender oder auch Adventskalender in Deutschland, der uns die letzten Tage bis zum Weihnachtsfest versüßt und so das Warten erleichtert. Weihnachten ohne Adventskalender ist einfach unvorstellbar und nicht nur die Kinder lieben ihn. Adventskalender sind ein beliebtes Geschenk für die Liebsten, für Verwandte, für Freunde oder auch Arbeitskollegen, denn es gibt sie in allen denkbaren Varianten, klassisch, kitschig, originell, frech, unterhaltsam, lehrreich, sinnlich… Und sogar für unsere Haustiere gibt es Adventskalender, gefüllt mit Leckerlis für Hund, Katz & Co.

Die Geschichte der Adventskalender reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als man in vorwiegend protestantischen Familien an den letzten 24 Tagen vor dem Weihnachtsfest jeden Tag ein weiteres kleines Heiligenbild aufhängte, so dass man immer sehen konnte, wie lange es noch bis zum Fest dauert. Weit verbreitet war auch die Tradition der 24 Kreidestriche, von denen die Kinder jeden Tag einen wegwischen durften, oder das Einritzen von Kerben mit einem Messer in einen Holzbalken. Ursprünglich als Zeitmesser und Zählhilfe fūr die Adventstage gedacht, fand die Idee des Rückwärtszählens immer mehr Zuspruch, so dass es Anfang 1900 bereits die ersten Vorläufer der Adventskalender in der klassischen Form gab, wie wir sie heute kennen. Es waren gedruckte Kalender mit 24 aufklappbaren Türchen, hinter denen sich kleine Bildchen oder Sprüche verbargen. Sie wurden von deutschen Druckereien auch nach Österreich, England und in andere Länder exportiert und fanden reißenden Absatz. Um 1960 herum kamen dann die ersten Kalender mit Schokoladenstücken auf den Markt und von da ab waren der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Gibt man das Suchwort Adventskalender ein, findet man im Internet unendlich viele Angebote. Adventskalender in allen Farbkombinationen, Formen und Größen, gefüllt mit Süßigkeiten aller Art, mit Kosmetikartikeln, Gewürzen, alkoholischen Getränken, Tipps und klugen Sprüchen, kleinen Geschichten und Rätseln, Schmuck… Wer Mineralien sammelt, kann sich über einen Kalender mit kleinen Edel- und Halbedelsteinen freuen. Für Gartenfreunde gibt es Kalender, die mit Samen für Garten- oder Zimmerpflanzen gefüllt sind. Auch an Vegetarier und Veganer, für die das Weihnachtsfest immer eine etwas problematische Zeit darstellt, ist gedacht und keine große Spielzeugmarke lässt es sich nehmen, zu Weihnachten einen eigenen Adventskalender auf den Markt zu bringen. Und selbst für Weihnachtsmuffel gibt es spezielle Kalender, sogenannte Anti-Adventskalender.

Und man kann die Vorfreude sogar noch zusätzlich verlängern,  indem man selbst einen Adventskalender bastelt und ihn verschenkt. Das sind die allerschönsten Adventskalender, weil sie sehr persönlich sind und weil man beim Basteln ohne Ende kreativ sein kann.

 

Ina Kropeit

 

Written by vendor