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Ein supergesunder Klassiker

Ein supergesunder Klassiker

Langsam aber sicher heißt es Abschiednehmen vom Jahrhundertsommer 2018 und mit den sinkenden Temperaturen wächst auch unser Appetit wieder auf die herzhaften Gerichte der kalten Jahreszeit. Deftige Aufläufe, schmackhafte Eintopfgerichte und natürlich Sauerkraut… Es gibt wohl kaum eine Speise, die so typisch für Deutschland ist wie Sauerkraut. So typisch, dass Engländer die Deutschen “the krauts” nennen. Dabei wird Sauerkraut oder anderes durch Fermentierung (Milchsäuregärung) konserviertes Gemüse auf der ganzen Welt gegessen. Und die wenigsten wissen wahrscheinlich, dass sogar schon im antiken Griechenland und im Römischen Reich diese Art der Konservierung von Gemüse bekannt war.

Die erste historisch belegte Quelle findet sich bei dem griechischen Arzt Hippokrates um 400 vor Christus und der römische Feldherr Cato schreibt in seinem Werk “De agricultura” über die gesundheitlichen Aspekte. Im 18. Jahrhundert entdeckte man in Europa, dass der Verzehr von Sauerkraut die gefürchtete “Seefahrerpest” (Skorput) verhinderte. Und weil es bei richtiger

Lagerung in Holzfässern oder Steinguttöpfen monatelang haltbar blieb, nahmen es Seefahrer von da an als Proviant auf ihre langen Reisen mit.

Dass Sauerkraut vorzüglich für eine gesunde Ernährung geeignet ist, beweisen auch zeitgemäßere Studien. Sauerkraut ist kalorienarm, es enthält praktisch kein Fett, dafür aber viel Vitamin C, außerdem Vitamin A, B12 (wichtig bei vegetarischer Ernährung) und Vitamin K sowie jede Menge Mineral- und Ballaststoffe. Der Milchsäureanteil beim Sauerkraut ist sogar höher als der beim Joghurt. Davon profitiert unser Immunsystem und die Darmflora. Sauerkraut hilft, den Cholesterinspiegel zu senken, es regt die Verdauung an und entschlackt den Körper und nicht zuletzt wirkt der im Sauerkraut enthaltene Botenstoff Azetylcholin beruhigend auf das vegetative Nervensystem. Kein Wunder, dass das einstige Arme-Leute-Essen heutzutage eine trendige Bereicherung unseres Speiseplanes ist und zum Beispiel die Grundlage für Diäten zur Gewichtsreduzierung bildet.

Man kann Sauerkraut roh essen oder als Beilage oder auch als Hauptgericht zubereiten. Am besten dünstet man es nur kurz. Nicht zu lange kochen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Und aufgewärmt vom Vortag schmeckt Sauerkraut gleich nochmal so gut. Zugegeben, das mit dem Sauerkraut ist wirklich eine Geschmackssache. Entweder isst man es gern oder gar nicht. Aber wer jetzt vielleicht auf den Appetit gekommen ist, für den gibt es hier gleich zwei Rezepte zum Ausprobieren aus “Von Apfelkartoffeln bis Zwiebelkuchen” von K. Drummer und K. Muskewitz.

Für Sauerkrautsalat mit Meerrettich braucht man 750 g Sauerkraut, 5 Esslöffel geriebenen Meerrettich, 3 Äpfel, 2 Zwiebeln, 4 Esslöffel Öl, 2 Esslöffel Zucker, 2 Esslöffel Essig und frische Petersilie. Zuerst schneidet man die Zwiebeln, Äpfel und auch das Sauerkraut klein, mischt alles mit Meerrettich, Öl, Essig, Zucker und der gehackter Petersilie und lässt das Ganze ein bisschen ziehen. Man kann den Salat auf Brot oder auch als Beilage zu einem Fleischgericht essen.

Sauerkrautgulasch wird aus 750 g Schweinegulasch, 4 Zwiebeln, 250 g Sauerkraut,  50 g Schmalz, 1 Esslöffel Tomatenmark, 1 Teelöffel Kümmel, 1 Teelöffel Gewürzpaprika, Salz, Pfeffer und Knoblauch zubereitet. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten und mit Salz, Paprika, Pfeffer, Kümmel und Knoblauch in heißem Schmalz angebraten. Man gibt die in Scheiben geschnittenen Zwiebel dazu. Wenn die Zwiebeln goldgelb sind, gießt man ca. 1/8l Wasser dazu und lässt alles zwei- bis dreimal gut einkochen. Danach gibt man das Tomatenmark dazu, füllt Wasser nach, so dass das Fleisch gerade bedeckt ist, und wenn es wieder aufkocht, gibt man sofort das rohe Sauerkraut dazu. Auf kleinem Feuer lässt man alles gar, aber nicht zu weich kochen. Servieren kann man den Sauerkrautgulasch mit gekochten Kartoffeln. Guten Appetit!

 

Ina Kropeit

Written by editor