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Gegen das Posturlaubssyndrom

Gegen das Posturlaubssyndrom

hilft nur eins. Wir machen einen Plan! Planen ist schön kreativ. Man kann die Gedanken fliegen lassen, um Ideen zu finden, aber gleichzeitig muss man sich konzentrieren, um nichts Wichtiges zu vergessen und um aus Ideen Konzepte zu entwickeln. Anregungen, Fotos oder auch Erlebnisse und Begegnungen aus den vergangenen Urlaubstagen lassen sich für den Plan gleich mit verarbeiten. Das hält die Erinnerung an den Urlaub wach und verwandelt sie in Motivation. Genau das, was wir brauchen, um dem Posturlaubssyndrom die Stirn zu bieten.

Mitunter hört man, dass Planung Gift für die Kreativität sei. Ich finde, das genaue Gegenteil ist der Fall. Gute Planung schafft überhaupt erst die Voraussetzung, damit Kreativität sich entfalten kann. Die Auswahl der Themen für neue Projekte ist schon ein Qualitätskriterium an sich und dass für die Umsetzung eines Projekts genügend Zeit zur Verfügung stehen muss, versteht sich eigentlich von selbst. Nicht der Plan, sondern Zeitdruck aufgrund mangelnder Planung ist also das eigentliche Gift für kreative Tätigkeiten wie Schreiben, Übersetzen, Entwerfen usw.

In jeder Redaktion, egal ob Tageszeitung oder Wochenzeitschrift, gibt es üblicherweise mindestens drei Pläne, einen langfristigen (Jahresplan), einen mittelfristigen (Monats- oder Halbjahresplan) und einen kurzfristigen Plan für aktuelles Geschehen und unvorhersehbare Ereignisse. Feiertage, Messen, jahreszeitlich bestimmte Werbeaktionen zum Beispiel haben feste Termine und lassen sich daher gut langfristig vorbereiten. Für Konzept, Gestaltung, Auftragserteilung an die Beteiligten (Redakteure, Journalisten, Texter, Fotografen, Grafiker, Übersetzer…) und Terminabsprachen bleibt so genug Zeit, die sich selbstverständlich in der Qualität des Endprodukts niederschlägt. Ähnlich verhält es sich bei der mittelfristigen Planung und bei beiden Plänen, wenn sie sorgfältig gemacht sind, ist noch reichlich Spielraum für Änderungen und Ergänzungen.

Ob man flexibel arbeiten kann, zeigt sich bei Aufträgen, die jetzt “ganz schnell” noch gemacht werden müssen, zum Teil, weil sie aktuell sind, aber oft genug auch, weil jemand “vergessen” hat, dass man im Dezember Beiträge zum Weihnachtsfest braucht, um es mal ganz krass zu sagen. Nicht nur Schreibende und Texter, sondern auch Übersetzer kennen die ASAP-Aufträge gut genug, um zu wissen, dass sie tatsächlich jedes Mal eine Herausforderung darstellen und, soweit es möglich ist, niemals zur Tagesroutine werden sollten. Ein guter Text, ganz gleich, ob er geschrieben oder übersetzt wird, braucht seine Zeit.

Eine gute Planung ist also schon der halbe Erfolg und nicht nur ein bewährtes Mittel gegen das Posturlaubssyndrom. Das gilt für alle Veröffentlichungen, offline oder online, Blogs, Newsletter, Posts in den sozialen Netzwerken… Gerade bei Posts in den sozialen Medien, Facebook, Instagram, Pinterest usw., die oft in mehreren Sprachen erscheinen, würde ich sogar soweit gehen, die jeweiligen Übersetzer schon von vornherein in die Planung mit einzubeziehen. Übersetzer sind mit der Sprache, Kultur und auch mit der Mentalität des jeweiligen Zielpublikums vertraut. Sie können wertvolle Anregungen zu bestimmten Themen, Feiertagen, Bräuchen und Gepflogenheiten geben. Vielleicht sind das nur kleine Details, die jemandem, der das Land nicht kennt, unbekannt sind. Oft aber sind es genau die Dinge, die Texte für das Zielpublikum authentischer und lesenswerter machen.

 

Ina Kropeit

Written by vendor