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Freude auf den ersten Schultag?

Freude auf den ersten Schultag?

Das ist in Deutschland gar keine Frage, denn am ersten Schultag gibt es eine Zuckertüte. Mitunter größer als die kleinen ABC-Schützen selbst und randvoll gefüllt mit Süßigkeiten und auch kleineren Schulutensilien ist die Zuckertüte oder auch Schultüte ein Geschenk der Eltern für die Kleinen, um ihnen diesen so wichtigen und unvergesslichen Tag zu versüßen. Zuckertüten gibt es in allen Größen zu kaufen und in einer unglaublichen Vielfalt an Farben und Motiven, von Modellen mit Klassikern wie Kätzchen, Buchstaben und Bildern der alten Märchen bis hin zu moderneren Varianten mit Lieblingsfiguren aus Serien, Cartoons oder Filmen. Man kann sie schon fertig gefüllt kaufen oder auch selbst füllen. Die letztere Option bietet gesundheitsbewussten Eltern die Möglichkeit, den Zuckergehalt des süßen Geschenks ein wenig zu reduzieren. Und am Tag der Einschulung selbst werden in einigen Regionen Deutschlands sogar die Bäume mit Dutzenden von kleinen Zuckertüten in allen Farben geschmückt.

Diese schöne Tradition für den ersten Schultag geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Die allerersten Zuckertüten zum Schulanfang konnten 1817 in Jena, 1820 in Dresden und 1836 in Leipzig historisch belegt werden. Von dort aus verbreitete sich die Tradition in ganz Deutschland, Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz. Heutzutage wird in jedem Bundesland Deutschlands der Ferienkalender für das jeweilige Gebiet festgelegt und die Schulanfangsfeiern finden von Anfang August bis Anfang September statt. Es sind großartige Feiern mit der ganzen Familie, mit Freunden und mit jeder Menge Spiel und Spaß für die Kinder!

Niemand weiß genau, wer der eigentliche Erfinder dieses süßen Brauchs der Zuckertüte war, aber ohne jeden Zweifel war sein Hintergedanke dabei, den Kleinen Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt, auf die Schule und damit auf das Lernen zu vermitteln. Somit steht die Zuckertüte als ein Symbol dafür, dass die Schule, der „Ernst des Lebens“, nicht zwangsläufig eine Last sein muss. Neues Wissen und neue Kenntnisse zu erlangen, etwas tun zu können, was man vorher nicht konnte, die Welt zu entdecken… all das ist auch unterhaltsam und verleiht uns ein Gefühl von Glück und Erfüllung.

„Man lernt nie aus.“  lautet ein deutsches Sprichwort. Dafür stehen im Erwachsenenleben nach Schule, Berufsausbildung und/oder Studium zahlreiche Aus- und Weiterbildungsangebote an privaten und auch staatlichen Bildungsinstituten wie zum Beispiel an den beliebten Volkshochschulen. Die erste Volkshochschule in Deutschland wurde 1902 in Berlin eröffnet und war damals ein Novum. Heute prägen die Volkshochschulen das Bild aller größeren Städte in Deutschland. Das Angebot der kostengünstigen Weiterbildungskurse, die zumeist außerhalb der Arbeitszeit stattfinden und allen Personen ab dem 16. Lebensjahr offenstehen, umfasst Themen wie Schulabschlüsse, Sprachen, Informatik und Multimedia, Politik, Gesellschaft, Kunst, Kultur, Gesundheit, Ernährung…

So gesehen ist der September nicht nur für die vielen Sechsjährigen der Monat des ersten Schultages, sondern er bedeutet auch für Millionen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Rückkehr auf die Schulbank. Und auch wenn wir keine Zuckertüte mehr geschenkt bekommen, bleibt uns doch die Freude am Lernen, der Spaß am Entdecken und die Genugtuung zu lernen, wie man Dinge besser machen kann, wie man sein Leben mit neu erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten bereichern kann. Allen Lernenden und Lehrenden wünsche ich deshalb einen guten Start ins neue “Schuljahr”.

Autorin: Ina Kropeit

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