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Alufolie – oder Butterbrotpapier

Alufolie – oder Butterbrotpapier

Jeden Morgen schaue ich meinem Mann zu, wenn er sich sein Brot fürs zweite Frühstück schmiert. Er hat gute Einfälle, kombiniert viele interessante Sachen, nicht nur Wurst und Käse, sondern auch Gemüse und vielerlei Chutneys – da muss ich dann auch öfter `ran und etwas neues kochen… Wenn er dann fertig ist, nimmt er sich etwas Alufolie und wickelt seinen frisch zubereiteten Leckerbissen darin ein.

Vor kurzem fragte ich ihn, weshalb er immer Alufolie zum Einwickeln nimmt – weil das Brot so am frischsten bleibt. Das leuchtete mir ein. Alufolie ist gasdicht, luftdicht und lichtdicht. Der schweizer Unternehmer Heinrich Alfred Gautschi ließ sich seine Alufolie, die er nach dem Paket- und Bauchwalzverfahren herstellt, 1905 patentieren. Und zusammen mit dem Deutschen Erwin Lauber haben die beiden die Endlosfolie entwickelt, mit der noch heute die meisten Schokoladentafeln eingewickelt und frischgehalten werden.

Dann fragte ich ihn, was er mit der Alufolie macht – die landet im Papierkorb im Büro. Das wiederum leuchtete mir nicht besonders ein. Ich bin zwar nicht übermäßig grün und okömäßig angehaucht, aber wenn man vernünftig recyceln kann, finde ich, sollte man das auch tun.

Die Herstellung von Aluminium ist schadstoffreich und sehr energieaufwändig. Primäraluminium wird aus Bauxit hergestellt, und für die Herstellung von einer Tonne Primäraluminium werden im Schnitt rund 15 Megawatt-Stunden Strom benötigt – so viel, wie ein Zwei-Personen-Haushalt in fünf Jahren verbraucht. Natürlich hat mein Mann gleich gekontert, dass er viel Folie doch in seinem ganzen Leben nicht brauche. Klar, da hat er Recht. Aber er wusste auch nicht, dass für die Herstellung von Sekundäraluminium ganze 95 % weniger Energie verbraucht wird, also genauso viel, wie ein Zwei-Personen-Haushalt in nur drei Monaten verbraucht. Das an sich rechtfertigt meiner Meinung nach, dass er sein „Butterbrotpapier“ aus Alufolie in den Recycelcontainer wirft und sein Schärfchen zum Umweltschutz beiträgt.Dies auch ganz ungeachtet der Tatsache, dass die Automobilindustrie viel mehr Aluminium verwendet und/oder vielleicht verschwendet, um Autos leichter zu gestalten und um die bei der Aluminiumherstellung verschwendete Energie dann durch weniger Kraftstoffverbrauch wieder einzusparen.

Cornelia Forster

Written by editor