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Das “paperless office” oder Marketing, der Papierverschwender

Das “paperless office” oder Marketing, der Papierverschwender

Ich bekomme viele E-Mails, an deren Ende eine Erinnerung steht, man sollte die E-Mail wirklich nur ausdrucken, wenn es absolut nötig ist. Das ist eine gute Idee, denn Bäume wachsen langsamer als sie für blütenweißes Papier gefällt werden.

In dieser Woche hatte ich einen Termin bei Robert, einem Finanzberater. Sein Büro war auch ziemlich „paperless“. Eine Stunde lang erklärte er mir, was das Unternehmen alles anbietet und wie er mein kleines Vermögen gerne vergrößern möchte. Und mit jeder neuen Idee gab er mir eine hübsche Hochglanzbroschüre mit attraktiven Bildern und Diagrammen. Ich legte sie neben mich und beobachtete, wie der Stapel Papier zu meiner Rechten stetig wuchs. Dann stand Robert auf und lächelte: „Wir haben hier noch etwas ganz Besonderes.“ Er zog eine ausgedruckte Präsentation aus seiner Schublade und fing an zu erklären. Abschließend überreichte er mir seine 25 Seiten mit dem Vorschlag, ich sollte mir doch dieses Produkt und seine Fonds noch etwas genauer ansehen.

Als ich dann von den Informationen überwältigt sagte, ich wollte das mit meinem Mann besprechen, wurde mir noch ein weiteres, säuberlich zusammengeheftetes Paket in die Hand gedrückt: „Das sind unsere AGB. Und wenn Sie uns beauftragen, senden Sie uns die Auftragsbestätigung mit Ihrer Originalunterschrift zurück. Ich gebe Ihnen auch Ihr Finanzprofil mit, das wir zusammen erstellt haben. Das ist für Sie.“

Schon bevor ich von meinem Stuhl aufstand, wusste ich, dass Robert mein  Geld nicht bekommen würde, und seine Informationen wollte ich eigentlich auch nicht mitnehmen. Ich versuchte seinen Stoß Papier höflich abzulehnen, mir wurde aber dringend nahegelegt, ich sollte es doch alles mitnehmen und bei Fragen anrufen. Als ich nach Hause kam, warf ich den dicken Stapel Papier schlicht in den Papierkorb und dachte dabei: „Schade um die Bäume.“

Cornelia Forster

Picture from Google Images

Written by editor