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Jugendwort des Jahres 2017

Jugendwort des Jahres 2017

I bims

Eine Freundin von mir hat nach erfolgter Wahl des diesjährigen Jugendwortes auf ihrem Facebook-Profil gepostet: „Ich werde zu alt für die Jugendsprache. Für mich ist Bims immer noch etwas gegen störende Hühneraugen.“ Ja, … was dem einen der Bims-Stein war, ist dem anderen das per Online-Voting und dann aber letztlich von einer Jury festgelegte Jugendwort 2017. I bims für Ich bin’s.
Seit zehn Jahren wählt eine Jury des Langenscheidt-Verlags das sogenannte Jugendwort des Jahres. Über eine Online-Abstimmung kann jeder mitmachen und für seinen Favoriten aus 30 eingereichten Vorschlägen stimmen. Doch zum wiederholten Mal weicht der Sieger von dem Online-Ergebnis ab. Denn gemäß  Online-Abstimmung hätte “geht fit” das Rennen gemacht. “Geht fit” ist Jugendsprache für: “Geht klar” oder “ist okay”. Doch der Jury aus Bloggern und Youtubern war dieses Wort zu regional und langweilig. Ergebnis: Kaum jemand kann mit I bims etwas anfangen. Und so geht es dem Jugendwort 2017 ähnlich wie den Jugendwörtern der vergangenen Jahre (ich hatte berichtet).
„I bims“ entstand, wie so vieles im Internet, aus der kreativen Langeweile eines jungen Mannes, der aufgrund einer Grippe ans Sofa gefesselt war. Ihm fielen die zahlreichen Rechtschreibfehler auf, die sich in Bildern mit Sprüchen auf Facebook und auch Instagram breit machten. So beschloss er, diese Bilder durch den Kakao zu ziehen und bastelte selbst Sprüche auf Bilder mit völlig absurden Rechtschreibfehlern, postete sie und zog die Originale damit ins Lächerliche. Mittlerweile gehen einem allerdings die Bilder des jungen Mannes schon fast mehr auf die Nerven als die ohnehin schon nervigen „Originale“. So what … nun haben wir wieder ein Jugendwort und Langenscheidt seinen medialen Auftritt. Alles gut. Und ich stürze mich mal wieder auf einen Schulhof, um die wirklichen Jugendwörter zu hören. Das ist dann wenigstens safe.

 

Christine Wolter

Written by editor