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Kommunikation heute

Kommunikation heute

Missverständnisse per What’s App

Wer Stress mit seinem Freund oder seiner Freundin hat und schon einmal versucht hat, diesen mittels Kurznachrichten im Stile von What’s App zu schlichten, weiß, dass dadurch alles nur noch schlimmer wird. Das Handy oder Smartphone zwischen den Fingern und einen ganzen Haufen Emotionen im Kopf und im Bauch, da wird schon mal energiegeladen in die Tastatur gehauen, auf „Senden“ gedrückt und ZACK! ist es raus. Am anderen Ende des Dialogs wird nach erfolgtem Signalton ebenfalls ein Handy oder Smartphone in die Hand genommen und mit klopfendem Herzen gelesen, was dann auch den Empfänger nicht selten auf die Palma bringt. Denn Kurznachrichten unterliegen der Problematik, vielseitig verstanden werden zu können. Man sagt ganz allgemein, es gäbe so viele Texte wie es Leser gibt. Bei Kurznachrichten, die in konfliktreichen Situationen geschrieben werden, wird gelesen, was man lesen will. Missverständnisse eingeschlossen. Denn erklärende, beschreibende oder relativierende Nebensätze gibt es nicht. Kurz muss es sein. Direkt. Und wenn es dann losgeschickt ist, kann man das Smartphone einfach wieder in der Tasche verschwinden lassen und muss sich nicht weiter darum kümmern. Und dem Adressaten fehlt die alles entscheidende Möglichkeit, in Echtzeit zu reagieren. Vielleicht schreibt er sofort zurück, doch weiß man, ob die Antwort tatsächlich gelesen wird? Ein Starren auf die Häkchen und deren Farbe hilft nicht weiter, denn das Doppelhäkchen in blau garantiert noch keine Reaktion. Ein Dilemma. Und vor allem auch keine Hilfe für ein eventuell zu späterer Stunde stattfindendes reales Gespräch unter vier Augen. Experten raten daher, Konflikte auf keinen Fall per SMS oder What’s App-Nachrichten auszutragen, sondern diese Kommunikationsplattformen tatsächlich nur für den Austausch kurzer Informationen zu nutzen. Selbst Reaktionen auf verschickte Fotos können negativ verstanden werden und ein doofes Gefühl hinterlassen, obwohl der Kommentierende es gar nicht negativ meinte. Hier fehlt Mimik und Gestik und vor allem die für wahres Verstehen erforderlichen Wörter. Treffen wir uns doch einfach mal wieder auf einen Kaffee oder lösen unsere Konflikte bei einem Spaziergang durch schönste Natur. Dabei kann man sich dann auch an die Hand nehmen.

Christine Wolter

Written by norak