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Berufsfindung

Berufsfindung

„Ich mach was mit Sprachen“ 

Die Abiturprüfungen nähern sich und die Köpfe der angehenden Schulabgänger rauchen nicht nur aufgrund der Vorbereitungen zu den 5-stündigen Klausuren. Wer nicht ohnehin schon seit der 1. Klasse weiß, dass er Pilot, Feuerwehrmann, Lehrerin oder Tierärztin werden will, ebnet spätestens jetzt den Weg für „Die Zeit danach“, die Zeit nach dem Abi. Für einige Aufnahmeprüfungen ist es bereits zu spät, Anmeldefristen laufen demnächst ab. Viele beschäftigt auch die Frage, ob zunächst ein Auslandsjahr ansteht, ein Jahr zu Hause auf dem Sofa oder ein Jahr in der Tretmühle verschiedenster Jobs. Das Angebot für Ausbildungs- und Studiengänge ist riesig – was die Sache nicht leichter macht. Einfach mal ins Netz und ein bisschen googeln kann zu verwirrenden Zwischenergebnissen führen. Ich persönlich wusste ja immer, dass ich mal „was mit Sprache“ machen möchte. Der sichere Weg war da zu meiner Zeit das Lehramtsstudium, der unsichere Weg das „einfache“ Germanistikstudium mit dem Ziel, Texterin oder Redakteurin zu werden. Ganz Gewagte erzählten bereits im ersten Uni-Semester, sie würden Schriftsteller werden. Geht es um Fremdsprachen, war die Europasekretärin sehr beliebt, andere stürzten sich in das Übersetzer-Studium. Heute ist das anders. Google führt uns zu Seiten mit dem Titel „Sprachen – 65 Ausbildungsberufe“; im Rahmen eines dualen Studiums oder als Ausbildung. Und schon nach zwei Sekunden wird deutlich: Ohne Wirtschaft, Vertrieb, Marketing und Controlling geht es nicht mehr. Sprachen studiert man nur noch in Kombination. Auch die Bundeswehr ist da sehr kreativ. Sie schafft es, in der Ausbildungsbeschreibung den Begriff Sprache nicht ein einziges Mal zu nennen. Ich hoffe zutiefst, dass es auch in diesem Jahr Schulabgänger gibt, die „was mit Sprache“ machen möchten und dabei die Sprache in den Mittelpunkt stellen. Ihre eigene Sprache, eine Fremdsprache … ganz egal. Menschen mit guten sprachlichen Fähigkeiten können gute Texte lesen und verstehen, gute Texte schreiben und gute Gedanken transportieren. Wenn die Welt dann von diesen Gedanken liest, haben noch mehr Menschen diese guten Gedanken usw. usw. Doch ich will mich nicht in naiver Sozialromantik verlieren. Gute Sprache ist einfach wichtig. Und eines Studiums wert. 

Christine Wolter | staatl. gepr. Übersetzerin/Dolmetscherin & Texterin

 

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