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E-Books

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Lesestoff digital oder zum Anfassen?

Wer über technische Hintergründe und wirtschaftliche Entwicklung des E-Books Genaueres wissen möchte, kann bei Wikipedia interessante Informationen erhalten. Insbesondere die rechtliche Seite wurde und wird noch immer viel diskutiert, der Trubel um Amazon und andere Online-Anbieter ist ebenfalls Teil der Geschichte und die Entstehung der unabhängigen Verlage und des Self-Publishing rundet die Diskussion aus der Perspektive des Schreibenden ab.

Das Thema ist viel zu groß, um es hier zusammenzufassen. Aber gerade diese Größe hat mich gewundert. Wie vielschichtig, kompliziert und für einen Laien unüberschaubar der Hintergrund von all diesen E-Book-Readern und -Anbietern ist, war überraschend. Von der technischen Entwicklung ganz zu schweigen. Für einen puren User nicht nachvollziehbar. Ich als leidenschaftliche Verteidigerin des Buches in Papierform besitze einen E-Book-Reader. So, nun ist es raus. Und es finden interessante Vorgänge in meinem Bücherwurm-Herzen statt. Beginnen wir mit der rein praktischen Seite des Buches in digitaler Form: Meine Handtasche platzt nicht mehr aus allen Nähten, mein Koffer ist nicht mehr so schwer und ich werde nicht mehr wegen der unglaublichen Helligkeit meiner Leselampe angeraunzt, wenn ich abends im Bett noch etwas lesen möchte. Ein weiterer Vorteil liegt unbedingt auch im leichten Zugang zu fremdsprachlichen Büchern. Und jetzt kommt die andere Seite.

Beim Lesen eines E-Books vermisse ich auf fast schmerzhafte Weise das Buch. Oh, wie sehr es mir fehlt! Das Haptische fehlt, der illustrierte Einband fehlt, der Geruch, das Umblättern, Durchblättern, Aufschlagen, Zuschlagen und – seien wir doch mal ehrlich – die Notizen, die man sich im E-Book digital machen kann, gehen im Vergleich mit dem angespitzten Bleistift als Verlierer hervor. Wenn ich vor Jahren gelesene Bücher hervorhole und beim Durchblättern meine Anmerkungen entdecke, sind mir die Umstände und der Zeitpunkt der Lektüre sofort wieder bewusst. Beim E-Book nicht. Und wisst ihr was? Wenn jemand vor meinem Bücherregal steht, könnte ich jedes Mal rufen: „Moment! …, …., ….., ….. und …… hab ich auch schon gelesen! Die Werke sind aber auf meinem E-Book-Reader!“ Ja, so sind wir, die eitlen Leser. Und werden auch immer so bleiben. Das freut den Buchhandel. 

Christine Wolter | staatl. geprüfte Übersetzerin und Dolmetscherin | Korrektorat & Texte

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