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Positives Denken – positive Sprache?

Positives Denken – positive Sprache?

Wir sind was wir sagen

Das Angebot an Seminaren rund ums Heilen, Zu-sich-finden und spirituelles Wachsen ist groß, wird größer – und kann auch anstrengend sein. Sprachliche Phänomene sind allerdings auch ohne Heiler oder Heilpraktiker zu beobachten und auszuprobieren. Und nicht nur das weltweit bekannte halb volle oder halb leere Glas gehört dazu. Den Einfluss, den die Sprache auf unser Denken ausübt – und umgekehrt – ist bewiesen und beschrieben. Wie aber steht es mit unserem Sprachgebrauch in Situationen, die positive Gefühle dringend bräuchten und auf sprachliche Unterstützung hoffen?

Für die alltägliche, berufliche und politische Kommunikation gibt es ein mannigfaltiges Angebot an Standardsätzen und Formulierungen, die Gespräche in eine positive Richtung bringen und auch zum Erfolg führen können. Zunächst wirken diese Sätze sehr konstruiert und künstlich. In der praktischen Anwendung zeigen sie allerdings schnell, was tatsächlich in ihnen steckt. Für mich ist die folgende Erklärung eines Professors der Erziehungswissenschaft im Ohr geblieben: Wenn dir jemand sagt: „Oh man, ist das heute heiß!“, dann kannst du sagen: „Weißt du was? Nie bist du zufrieden! Bei Regen schimpfst und nun auch bei Sonne. Was willst du denn eigentlich?“. Du kannst aber auch sagen: „Ja, stimmt, es ist heiß. Kannst du die Hitze nicht so gut vertragen?“ Wann wird es wohl zu einem positiven Kommunikationsverlauf kommen? Bei welcher Reaktion öffnet sich der Gesprächspartner und bei welcher nicht?

Da ich diesen Satz schon viele viele Jahre bei mir habe, hatte ich schon diverse Male die Möglichkeit, zu sehen, was passiert, wenn man mal nicht gleich meckert. Und ich habe festgestellt, dass die Anwendung positiver sprachlicher Muster unmittelbar und untrennbar einhergeht mit meiner eigenen aktuellen Stimmung. Denn manchmal ist die Variante II einfach nicht bei mir zu finden. Sprache, Denken … und also auch Psyche. Das eine beeinflusst das andere. Ich habe noch ein weiteres Beispiel vor Augen, das zeigt, dass durch die konsequente Anwendung bestimmter sprachlicher Muster ein positives Selbstbild generiert werden kann:

Ein Bekannter von mir, der sehr gerne sein Umfeld dazu auffordert, an irgendwelchen Spielen teilzunehmen  - Kartenspiele, Brettspiele, Spiele, die man nicht versteht – war noch nie der Verlierer. Er war bisher immer nur 3., 4. oder 5. Sieger. Das ist nichts Neues, jeder von uns kennt das und hat sich so schon aus dem Frust einer Niederlage gezogen. Speziell in diesem Fall kann ich aber bestätigen, dass die Anwendung positiver Begriffe zu einem wirklich beachtlichen und äußerst  stabilen Selbstbewusstsein führen kann. Versuchsfelder gibt es zu Hauf – auf geht’s!

Christine Wolter | staatl. geprüfte Übersetzerin und Dolmetscherin | Korrektorat & Texte

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