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Literaturübersetzer

Literaturübersetzer

Von Ehre ohne Ruhm, Von Größe ohne Glanz, Von Würde ohne Sold.

(Walter Benjamin)

Man liest und hört seit einigen Jahren immer häufiger, dass die Arbeit der Literaturübersetzer endlich stärker gewürdigt wird und damit einhergehend auch deren Honorare eine längst überfällige positive Entwicklung erfahren haben.

Bietet sich jedoch die Gelegenheit, Literaturübersetzer auf einer Art rotem Sofa zu treffen, zeigt sich ein vollkommen anderes Bild: Harte Verhandlungen mit Verlegern, die Preise drücken und bei Sätzen wie „Du musst diesen Job ja nicht machen“ die Kaffeetasse erheben. Billiganbieter als direkte Konkurrenten, die zwar schlechte Übersetzungen liefern, aber letztendlich den Auftrag erhalten. Buchbesprechungen, die den „fantastischen Stil“ der Neuerscheinung nie mit dem Übersetzer in Verbindung bringen, während der „katastrophale Stil“ immer auch die Arbeit des Übersetzers hinterfragt. Und vieles Trauriges mehr.

Und dann gibt es da noch ein Grunddilemma, für das weder Verleger, noch Rezensent, noch die Übersetzer verantwortlich sind. Zitat einer Übersetzerin: „Übersetzen ist wie Hausarbeit, es ist dann gut, wenn es
nicht auffällt. Wenn ich beim Lesen vergessen darf, dass das Buch ursprünglich nicht auf Deutsch verfasst wurde, dann ziehe ich meinen Hut vor dem/der ÜbersetzerIn.“ Doch so bleibt der Übersetzer auch unscheinbar. Nicht nur auf der Honorarliste der Verlage.

Auf der Website des Deutschen Übersetzerfonds springen einem nicht nur die gut gesetzten Zitate großer Literaten in die Augen, von denen einige zeigen, dass ein Übersetzer-Dilemma nicht erst seit heute existiert. Man liest auch von der „Akademie der Übersetzungskunst“ und schon die Einleitung zeigt, um was es heute und in den nächsten Jahren gehen sollte:

“Die Vermittlung fremdsprachiger Literatur im Deutschen lebt von der Arbeit der Übersetzer. Übersetzungen erweitern nicht nur unseren Horizont und unser Verständnis für fremde Kulturen, sie bereichern auch unsere Sprache und das literarische Leben. Je höher die Übersetzungskultur, desto reicher und lebendiger bleibt das Deutsche.”

 

Ein Hoch auf … die Übersetzer!

 

Christine Wolter
staatl. gepr. Übersetzerin
Korrektorat & Texte

 

Written by editor